Trauma-Arbeit

Mit dem Begriff Trauma werden häufig Schockerlebnisse in Verbindung gebracht. Nebst solchen sehr einschneidenden Ereignissen können sich traumatische Reaktionen aber auch aus schwierigen Alltagssituationen entwickeln, denen wir während unserer Kindheit oder später ausgesetzt waren.

Ein Trauma ist eine starke seelische Erschütterung, ein Zustand grosser Unterressourcierung mit psychischer und physischer Überforderung, der mit normalen Bewältigungsstrategien nicht mehr begegnet werden kann.

In der Trauma-Arbeit gehen wir in Kontakt mit der blockierten Energie, die sich körperlich, durch innere Schreckensbilder, kreisende Gedanken oder in Gefühlen negativ ausdrücken kann. Im achtsamen Umgang und behutsamen Verlangsamen des Prozesses können die vergangenen Schrecken neu im Licht und mit genügend Abstand betrachtet werden.

Traumatische Folgeerscheinungen wie Angstzustände, Depressionen, Daueranspannung, Schlafstörungen, Appetitverlust, Hyperaktivität, chronische Schmerzen, erhöhte Reizbarkeit, grosse Müdigkeit und viele weitere Symptome können abgemildert und aufgelöst werden. Vermeidungsstrategien, die zunehmend das Leben erschweren, werden hinfällig und das Leben kann sich wieder in seiner ganzen Farbigkeit von seiner Sonnenseite zeigen.

 

"Alle Hindernisse und Schwierigkeiten sind Stufen, auf denen wir in die Höhe steigen."

Franz Kafka

 

Auslöser für Traumata können sehr vielseitig sein. Naturkatastrophen, Unfälle, Krankheiten, Operationen, Gewalt, der Verlust von geliebten Menschen, Missbrauch, Krieg, chronischer Stress, Lebensereignisse während der Kindheit und vieles anderes kann ein Trauma auslösen.

Beschwerden, die sich aus einem Trauma ergeben, zeigen sich manchmal sofort, können aber auch erst Jahre später auftreten. Nicht alle Menschen sind in der Lage, genau zu benennen, was der Auslöser ihrer Symptome gewesen ist. Die schlimmsten Traumata werden häufig verdrängt und können nicht erinnert werden.

Das kann bedeuten, dass wir etwas erleben, das mit Abstand betrachtet völlig harmlos wirkt, von unserem emotionalen und körperlichen Bewusstsein jedoch als beängstigend eingestuft wird, weil es durch das aktuell Erlebte an frühere überwältigende Momente erinnert wird. Erleben und Empfinden passen nicht mehr zusammen. Der Körper reagiert mit Überforderung und Stress-Symptomen, wie z.B. mit Zittern, Schmerzen, Übelkeit, Schwindel, Herzrasen, grosser Anspannung bis hin zu Erstarrung und vielem mehr. Emotional kann es zu Angstzuständen, Konzentrationsproblemen, Schreckhaftigkeit, Ohnmachtsgefühlen bis hin zu Panikattacken und anderem kommen, trotzdem der Verstand unter Umständen signalisiert, es sei doch alles völlig harmlos und in Ordnung.

Dies hat gravierende Auswirkungen auf die Lebensqualität.

Schmerzvolle Erfahrungen gehören zum Leben und Stressreaktionen sind eine psycho-biologische Antwort unseres Organismus auf überwältigende Erfahrungen. Momente in denen alles zu viel wird, zu schnell passiert und der Geist zusammen mit dem Körper keine Möglichkeit mehr hat, adäquat zu reagieren.

In der Trauma-Therapie nehmen wir uns Zeit, diesen Negativreaktionen Raum zu geben und nachzuspüren, was es braucht. Wir arbeiten wir mit dem Vordergründigen und nehmen behutsam Kontakt mit unserem Körper, den inneren Bildern, Gefühlen oder Gedanken auf. Die Suche nach der Ursache bleibt dabei sekundär. Der Fokus unserer Aufmerksamkeit liegt beim aktuellen Empfinden.

Wir gehen dabei sehr langsam vor, wobei der Körper mit seinen Reaktionen das Tempo bestimmt, auch wenn der Kopf schneller vorwärts preschen möchte. Es ist wichtig, den Körper seinen eigenen Prozess machen zu lassen, damit die Negativspirale endlich gestoppt wird und der Schritt aus der Ohnmacht und dem Gefühl des ausgeliefert-seins möglich wird. Dies geschieht in achtsamer Begleitung und mit der Möglichkeit, jederzeit zu unterbrechen.

Durch das sanfte Herantasten und Nachspüren werden die abgespaltenen Anteile wieder zusammengefügt; Körper, Geist und Emotionen bilden wieder eine Einheit. Mit dieser neuen Erfahrung wächst das Vertrauen in die eigene Kraft, Selbstwirksamkeit wird spürbar, Ressourcen können wieder erkannt und positiv genutzt werden.

Traumatische Erlebnisse können nicht ungeschehen gemacht werden, doch die daraus entstandenen negativen Auswirkungen werden durch die bewusste Verlangsamung und das Betrachten im Licht positiv verändert. Ein heilsamer Prozess, der zwischen Drama und Bagatellisierung liegt. Vermeidungsstrategien werden überflüssig und das Leben kann wieder freudvoll in seiner Ganzheit und Lebendigkeit erfahren werden.

Die Begleitung während der Trauma-Arbeit kann durch die zusätzliche sanfte Berührung einzelner Körperregionen unterstützt werden, wenn dies von der Klientin|dem Klienten gewünscht wird und es der Situation förderlich ist. Dabei ist es wichtig, dass die Betroffenen den eigenen Impulsen vertrauen, sich selber ernst nehmen und mitteilen, was angenehm ist oder verändert werden muss.

Das kann sich darin äussern, dass die Art und Weise der Berührung immer wieder neu verhandelt werden muss, bis es sich absolut stimmig anfühlt. Sich zu trauen und zuzumuten, Raum einzunehmen und die eigenen Bedürfnisse kund zu tun, ist bereits ein grosser Schritt in eine gesunde Richtung. So entsteht ein Moment des Hineinhorchens und der Stille, die hilft, die zuvor gezogene innere Schwelle zu überschreiten.

Das behutsame Berühren mit den Händen kann dem Körper dabei helfen, bereits lange gespeicherte Spannungen leichter abzubauen und die Erfahrung des gehalten-seins zu machen. Vielleicht das erste Mal überhaupt im Leben. Dadurch öffnet sich ein neuer innerer Raum, der positive Auswirkungen auf das Erleben im Aussen hat. Auch wenn nicht alles gelöst ist, zeigt sich das eigene Empfinden in einem neuen, luftigeren Kleid.

Trauma-Arbeit hilft, unsere Fähigkeit der Selbstregulation zu fördern und zu stärken, um mit der uns eigenen innewohnenden Kraft die täglichen Herausforderungen meistern zu können. Eine neue Form der Begegnung mit dem Leben wird möglich, die getragen ist von Freude, Zuversicht und Vertrauen im liebevollen und lebendigen Kontakt mit sich selber und dem Gegenüber.

Jeder Mensch ist einzigartig und jede Geschichte ist anders. Meine Unterstützung richtet sich nach den Bedürfnissen und Wünschen jeder einzelnen Person.

Ich freue mich, wenn ich Sie auf Ihrem Weg zu mehr Vertrauen, Gesundheit und dem Erleben von Ganzheit unterstützen und begleiten darf.

Haben Sie Fragen zu dieser Methode? Rufen Sie mich einfach an, ich freue mich!

 

«Habe ich meinen Körper verloren,

so habe ich mich selbst verloren.

Finde ich meinen Körper,

so finde ich mich selbst.

Bewege ich mich, so lebe ich

und bewege die Welt.»

 

Vladimir Iljine